Tuishou

Die „schiebenden Hände“ oder auch Pushhands genannt (chinesisch: Tuishou) sind ein partnerschaftliches Übungskonzept des Taijiquan. Dieses wurde ebenfalls vom Begründer des Systems, Chen Wangting, entwickelt. Während der Routinen (Grundablauf) im Pushhands haben wir ständigen Kontakt mit unserem Gegenüber. Das Training innerhalb dieses Bewegungsrahmens gleicht im Prinzip dem Training der Formen. Es ist also auch Qigong, nur zu zweit.

Wir hören dementsprechend nicht nur auf unseren eigenen Körper, wie es bei den Soloformen der Fall ist, sondern versuchen auch den anderen stets ganz wahrzunehmen. So kann ich die Absichten des Gegenübers intuitiv erkennen und lerne mit seiner Kraft richtig umzugehen. In den „Schiebenden Händen“ lernen wir also, die Kraft des Anderen zu „hören“ (spüren), zu verstehen, sie umzuleiten und schließlich die eigene Kraft hinzuzugeben.

Es gibt fünf Bereiche in denen Tuishou/Pushhands geübt wird:

  • dan shou tui shou
 – einhändiges Tuishou
  • shuang shou tui shou – 
zweihändiges Tuishou
  • huo bu tui shou
 – Tuishou mit Schrittarbeit
  • da lü tui shou – 
Tuishou in sehr tiefem Stand
  • san shou tui shou – 
freies Tuishou

Die kämpferischen Anwendungen sind stets auf Elemente aus den Formen zurückzuführen. Diese Selbstverteidigungselemente können dann während der Routine als einzelne Technik oder auch mit Folgetechniken zur Anwendung gebracht werden. Für die Techniken gibt es keine Grenzen, es können Hebel, Schläge, Würfe, Tritte oder Stöße sein. Da eben alle Bewegungen aus den Formen jeweils verschiedene kämpferische Anwendungen beinhalten, kann man anhand des Partnertrainings immer wieder überprüfen, ob das eigene Formentraining in die richtige Richtung geht.

Das freie Pushhands findet, anders als bei den Routinen, außerhalb eines vorgegebenen Bewegungsrahmens statt. Hier gilt es, unser erlerntes Wissen in einer diesmal freien Situation richtig anzuwenden. Das Pushhands wird auch im Rahmen verschiedener Wettkampfformen trainiert: Zum einen gibt es das sogenannte Fix-Step, wobei es darum geht, aus fester Standposition den Gegner aus seinem Gleichgewicht zu bringen und ihn dadurch zu einem Schritt zu veranlassen. Zum anderen versucht man den Gegner innerhalb eines Ringes zu Boden zu bringen oder ihn aus dem Ring zu werfen/ schieben.

Im Hauptsächlichen dient das Pushhands als Brücke zur Selbstverteidigung, dem Wettkampf, der Überprüfung eigener Fortschritte, sowie der Vertiefung und Kontrolle des bisher Erlernten. Besuchen und informieren Sie sich unter www.pushhands-berlin.de.